Warum eine neue Art der Gebührenberechnung?

Mit der Abwassergebühr wird zweierlei erreicht: Ursachengerechtigkeit und Kostendeckung. Bisher wurde die Abwassergebühr nach dem Frischwassermaßstab erhoben. Die Kosten der Regenwasserbeseitigung wurden pauschal auf den Kubikmeterpreis bezogenen Frischwassers berechnet und auf alle Benutzerinnen und Benutzer der Abwasserbeseitigungsanlagen umgelegt.

Dies führte durchaus zu unterschiedlicher Behandlung der einzelnen Einleiter. Um die Gebührenfestsetzung gerechter zu ermitteln, werden nun die Kosten für Schmutzwasser und Niederschlagswasser getrennt erfasst.

So wird jetzt eine ursachengerechte Ermittlung der nachstehenden Kosten und damit eine Gebührenberechnung nach dem Verursacherprinzip möglich:

für die Behandlung des häuslichen Schmutzwassers stellt der Frischwasserbezug den gerechten Maßstab dar,
für das Niederschlagswasser ist die versiegelte Fläche ein gerechter Maßstab.

Im Rahmen der vorgenommenen Änderungen ist ein Abrechnungssystem mit aufgeteilten Faktoren für Schmutz-(häusliches Abwasser) und Regenwasser entstanden. Dabei findet eine übermäßige Kostenbelastung von Kleinverbrauchern ebenso wenig stattfinden, wie eine Benachteiligung von Unternehmen mit hohem Frischwasserverbrauch.

Bei der Einführung einer getrennten Gebühr kam es im Endergebnis zu einer gerechteren Verteilung, weil dem Verursacherprinzip mehr Rechnung getragen wird. Die getrennte Abwassergebühr für die Niederschlags- und Schmutzwasserbeseitigung setzt neben der Berechnung des Kostenaufwandes für eine Niederschlagswasserbeseitigung die Ermittlung und Erfassung der zu veranlagenden Flächen voraus, von denen Niederschlagswasser in die Abwasserbeseitigungsanlagen der Stadt eingeleitet werden.

Um diese Zahlen zu ermitteln, muss eine Grunderfassung der bebauten und befestigten Flächen vorgenommen werden. Diese Grunderfassung ist ohne Mithilfe der Grundstückseigentümer nur schwer möglich.