Die Gebühren – Was berechnet wird und warum…

Die jetzigen Abwassergebühren sind gerechter als früher – bisher wurde Niederschlagswasser praktisch ohne – direkte – Gebührenzahlung in die öffentliche Kanalisation eingeleitet.

Je mehr Grundstücksfläche versiegelt und an die Kanalisation angeschlossen ist, umso weniger kann das Niederschlagswasser versickern und umso größere Mengen fließen in den Kanal.

Dies wirkt sich besonders gravierend bei versiegelten Gewerbegrundstücken sowie bei öffentlichen Verkehrsflächen (Straßen) aus: Viel Niederschlagswasser und im Verhältnis dazu wenig oder kein Frischwasserverbrauch.  Deshalb ist der Frischwasserverbrauch allein nicht als der insgesamt gerechte Maßstab zur Gebührenermittlung anwendbar. Wir unterscheiden daher für die Berechnung der Abwassergebühren 3 Abwasserarten

1. Häusliches Schmutzwässer

Der Maßstab dafür bleibt der Frischwasserverbrauch. Als Frischwasserverbrauch gelten die aus dem öffentlichen Netz bezogenen Wassermengen. Gebührenpflichtig ist aber auch das Wasser, das aus anderen Anlagen entnommen wird und in die Kanalisation abfließt.

2. Nicht häusliche Schmutzwässer

Für nicht häusliche, also gewerbliche Schmutzwässer, wird neben dem Frischwasserverbrauch der Verschmutzungsgrad berücksichtigt. Der Verschmutzungsgrad wird durch Stichproben als chemischer Sauerstoff (CSB) ermittelt.

3. Niederschlagswasser

Der Maßstab ist die bebaute und künstlich befestigte Grundstücksfläche.

Da die Berechnung des häuslichen und gewerblichen Schmutzwassers im Grunde keine Neuerung darstellt, stellen wir Ihnen nachfolgend die Gebührenermittlung für Niederschlagswasser vor. Als versiegelt gelten die Flächen, deren Oberflächen befestigt sind und Niederschlagswasser in die öffentliche Kanalisation einleiten. Dabei gibt es freilich Unterschiede, die berücksichtigt werden. Dabei werden sogenannte Abflussbeiwerte, den unterschiedlichen versiegelten Flächen zugeordnet.

Im „Abflussbeiwert“ werden berücksichtigt:

die Art der Versiegelung
die Verzögerung, die beim Abfluss des Niederschlagswassers die nach Art und Aufbau der versiegelten Fläche
die Speicherfähigkeit (z.B. von ungepflasterten Wegen)